Gedanken

75 Jahre Frieden

IF YOU CAN DREAM IT, YOU CAN MAKE IT

Wie Traumen zu Ressourcen werden können

Mit dem Satz „If you can dream it, you can make it“ bin ich heute Morgen aufgewacht.
Der Bezug zum heutigen Tag wurde mir so recht bewusst, als ich ein Interview zum heutigen Feiertag (in Berlin), das du weiter unten findest, hören kannst.

Heute vor 75 Jahren endete eine unsagbar grausame, zerstörerische und damit leidvolle Zeit für unsere Grosseltern und Eltern: der Zweite Weltkrieg.
Am 8. Mai 1945 wurde das Kriegsende verkündet. Seitdem dürfen wir – hier in Deutschland und einigen umliegenden Ländern – in Frieden leben.
75 Jahre lang ununterbrochener Frieden!!!!

In Frieden und Freiheit leben zu dürfen, ohne Grenzen, Bomben, ohne auf der Flucht sein zu müssen, zu hungern oder zu frieren.
Bei freier Meinungsäusserung, Wahlberechtigung…
Welch hohes Gut.

Wir haben auch ein Erbe angetreten

Viele der grausamen Erfahrungen, die vor allem über Bildern in Seelen gespeichert wurden, sind bis heute tief verankert.
Der Schmerz, die Ohnmacht, die Wut, die Ängste, der Stress der Kriegsjahre und auch danach- all dies wurde – im Fall der Verdrängung – an die nächste Generation weitergegeben.
`Transgeneratives Trauma´ ist der Begriff dafür, der von der Psychologie aufgenommen wurde und intensiv erforscht wird.

Wie äussern sich Transgenerative Traumen (TgT)?

TgT können sich auf vielfältige Weise äussern. Hier die häufigsten Symptome:

  • geringe Stresstoleranz
  • reduzierte Selbstreflektionsfähigkeit (alles verschwimmt sofort im Nebel) dadurch erhöhte Neigung zu Schuldzuweisungen
  • gehemmte Lebensenergie
  • das Gefühl des Ausgegrenztseins
  • Rast- und Heimatlosigkeit (keinen Ort finden können, an dem man bleiben möchte)
  • Distanz zu den Eltern (dadurch höhere Bindungs- und Beziehungslosigkeit zu Freunden, Partnern etc.)
  • das Gefühl, sich alles erkämpfen zu müssen
  • das Gefühl der Wertlosigkeit (etwas nicht verdient zu haben)
  • maximale Anpassungsfähigkeit (um doch dazuzugehören)
  • geringe Gefühle für die eigene Körperlichkeit (durch Kontaktmangel durch die Eltern)
  • hohe Leistungsbereitschaft (als Ausgleich – so mag man mich dann vielleicht doch)
  • dadurch höhere Bereitschaft auszubrennen
  • Handlungen, die mit dem Bewusstsein als nicht adäquat erfasst werden, dennoch wie mechanisch ausgeführt werden
  • starke Bedürfnisse nach Anerkennung

Die Liste liesse sich verlängern….
Nicht alle  aufgeführten Symptome sind auf Kriegstraumen vorangegangener Generationen zurückzuführen. Aber man sollte die Möglichkeit dafür, dass so eine „Übertragung“ stattfindet, mit im Blick haben.
… wer mehr über Kriegskinder (das sind die Jahrgängen von 1928-1946) und Kriegsenkel (das sind die Jahrgänge ab 1947-1975) lesen möchte, dem kann ich die Bücher von S. Bode oder von I. Meyer-Legrand sehr empfehlen. (dies ist keine Werbung, lediglich eine Empfehlung von mir)

Die andere Seite: RESSOURCEN

Aus Erfarhungen und  erlittenen Traumen entstehen auch Ressourcen, wie:

EMPATHIE
GEMEINSCHAFTSSINN
RESIlIENZ
BEWUSSTSEIN
LEBENSMUT und FREUDE
FRIEDFERTIGKEIT

und so viel mehr.

Ein gelungenes Beispiel von Empathie, trotz Kriegserfahrung, findest du in dem Interview des ZDF von heute morgen hier .

Jetzt ist es unsere Wahl.
Verdrängen und wegsehen?
Oder, durch Hinsehen und Loslassen, bewusst werden, was uns nicht mehr dient.
Und definieren, wie wir künftig leben wollen.
Das, übrigens, ist FRIEDENsarbeit 🙂

IF YOU CAN DREAM IT, YOU CAN MAKE IT

zu deutsch: „Wenn du davon träumen kannst, kannst du es auch wahr werden lassen.“

In welcher Welt wir, unsere Kinder und Enkelkinder, künftig leben werden, hängt von Jedem von uns ab. Den Samen setzen wir.

Jetzt.

 

Dieser Text entstammt meinem, ca. monatlich erscheinenden, H°uman Report.
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